DR. ANDREA RUPP
Praxis für ganzheitliche Tiermedizin
 
geschrieben von: Andrea Rupp-Fink
Das männliche Hormon Testosteron wird bei Rüden meist ab dem sechsten bis achten Lebensmonat in den Hoden produziert. Es bewirkt, ähnlich wie bei uns Menschen, dass die Geschlechtsmerkmale ausgebildet werden: Die Hoden wachsen, die Muskeln werden mehr und stärker und die Schwellkörper am Penis schwellen zeitweise an wie zwei kleine Knoten. Gleichzeitig verändern die Hormone auch das Wesen des jungen Rüden.Das Spiel und die Begegnungen mit anderen Hunden werden komplizierter, da der junge Hundemann seinen Rang und die Größe seines Reviers zur Schau stellen muss. In dieser Zeit gibt es auch zu Hause mehr Rangordnungskämpfe, weil der Hund seine Grenzen kennen lernen muss.
Bei manchen Rüden großer Rassen sind die Besitzer in dieser Situation überfordert und es gibt ungute Situationen und gefährliche Aggressionen. Kleine Rassen sind oft hypersexuell und reiten ständig auf Besuchern und Kissen herum. Bisher konnten wir in der Tierarztpraxis nur durch eine Kastration nach fundierter Beratung dieses unerwünscht gesteigerte Verhalten kompensieren.  Viele Hundebesitzer schreckte aber die Endgültigkeit der Operation ab, und niemand konnte garantieren, ob das unerwünschte Verhalten mit der Operation verschwindet. Ein neues Medikament in Form eines Chips, der unter die Haut geschoben wird, kann hier Hilfe bringen. In diesem Chip sind blockierende Hormone, welche eine Produktion von Testosteron für den Zeitraum von vier bis sechs Monaten verhindern. Der Rüde ist für diesen Zeitraum wie kastriert und die Besitzer können so herausfinden, ob eine Kastration gut wäre.  Auch für die Behandlung von Prostataerkrankungen ist der Chip geeignet. Wir haben sehr gute Erfahrungen gemacht.

Die andere Art im Umgang mit Tieren